APS/ Marcumar/ Krämpfe
Das Thema Gefäßverkalkung unter Marcumar ist komplex, da hier die Biochemie des Vitamins K eine zentrale Rolle spielt. Dass Sie Muskelschmerzen und Krämpfe bemerken, ist ein wichtiger Punkt, der verschiedene Ursachen haben kann. Der Mechanismus der Verkalkung Marcumar wirkt, indem es Vitamin K blockiert. Der Körper benötigt Vitamin K jedoch nicht nur für die Blutgerinnung, sondern auch zur Aktivierung des sogenannten Matrix-GLA-Proteins (MGP). * MGP als „Kalk-Polizei“: Dieses Protein ist der stärkste natürliche Hemmstoff für Gefäßverkalkung. Es sorgt im gesunden Zustand dafür, dass Kalzium in die Knochen eingebaut wird und nicht in den Arterienwänden landet. * Die Blockade: Da Marcumar Vitamin K blockiert, bleibt das MGP inaktiv. Die „Kalk-Polizei“ schläft sozusagen, was langfristig dazu führen kann, dass sich Kalzium in den Gefäßwänden ablagert. Die Arterien werden starrer und enger (Mönckeberg-Sklerose). Können dadurch Muskelschmerzen und Krämpfe entstehen? Ja, das ist über verschiedene Wege möglich: * Durchblutungsstörungen: Wenn die kleinen Gefäße, die den Muskel mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, durch Kalkablagerungen starrer werden (Mikrozirkulationsstörung), kann es bei Belastung oder sogar in Ruhe zu Schmerzen kommen, die sich wie ein „Muskelkater“ oder ein Ziehen anfühlen. * Elektrolyt-Verschiebungen: Da das Kalzium durch das inaktive MGP nicht mehr korrekt gesteuert wird, kann es zu einem Ungleichgewicht im Gewebe kommen. Muskelkrämpfe sind oft ein Zeichen für ein lokales Defizit an Magnesium oder ein Ungleichgewicht von Kalzium. * Mikroembolisationen: In seltenen Fällen können sich winzige Partikel von verkalkten Plaques lösen und kleinste Muskelgefäße verstopfen. Dies kann stechende Schmerzen verursachen (verwandt mit dem „Purple Toes Syndrom“). * Vitamin-D-Interaktion: Viele Patienten nehmen wegen des Osteoporose-Risikos Vitamin D. Ohne aktives Vitamin K (das durch Marcumar blockiert wird) kann Vitamin D jedoch dazu führen, dass noch mehr Kalzium in die Gefäße statt in die Knochen geleitet wird, was die Problematik verschärfen kann. Was können Sie tun? Es ist wichtig, diese Symptome nicht einfach hinzunehmen, aber auch Marcumar nicht eigenmächtig abzusetzen, da beim APS das Risiko für Schlaganfälle oder Thrombosen ohne Schutz extrem hoch ist. * Magnesium-Check: Lassen Sie Ihren Magnesiumspiegel prüfen. Krämpfe sprechen oft gut auf hochwertiges Magnesium an. * Gefäßstatus prüfen: Ein spezialisierter Angiologe kann mittels Ultraschall (Duplex) prüfen, ob bereits signifikante Verkalkungen oder Durchblutungsstörungen in der Muskulatur vorliegen. * Rücksprache zur Supplementierung: Fragen Sie Ihren Arzt gezielt nach der Kombination von Vitamin D3 und der Problematik der Gefäßverkalkung. Da Sie Marcumar nehmen, dürfen Sie kein Vitamin K2 eigenständig einnehmen, da dies die Wirkung von Marcumar sofort aufheben würde. Wurde bei Ihnen schon einmal ein Ultraschall der Beinarterien gemacht, um die Durchblutung der schmerzenden Muskeln zu prüfen?
